IMpressionismus Ausstellungen Paris 1874 - 1886

 

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Acht Impressionismus Ausstellungen
1874 - 1886

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Erste Ausstellung 1874

 

»Société Anonyme des Artistes, Peintres, Sculpteurs, Graveurs –
Première Exposition«

 
  15. April - 15. Mai 1874
Paris, Boulevard des Capuzines 35 (Im Haus des Ateliers des Photographen Nadar)
165 Werke im Katalog - 30 Künstler
 
 
Claude Monet griff im Jahr 1873 eine Idee aus dem Jahr 1867 auf: Zusammen mit Bazille plante er damals eine eigene, selbst finanzierte Ausstellung in einer Gruppe. Grund war wohl die Erkenntnis, dass der wieder eingerichtete »Salon der Refüsierten« aus seiner Sicht nichts am etablierten verkrusteten System der rückwärts gerichteten Kunst der alten Malerbarone änderte.
 
 

Edouard Manet - Café Guerbois
1869 - 27 × 35,3 cm - Lithographie

 
 

Man traf sich wie so oft, im Café Guerbois und dort vereinbarte man eine Art Vereinigung zu gründen, um unabhängige Ausstellungen organisieren zu können. Paul Alexis (ein Journalist, der auch im Café Guerbois verkehrte und den Malern sehr zugetan war) schrieb in einer Pariser Zeitung: »Diese Maler, die fast alle schon ausgestellt haben, gehören zu einer Gruppe von Naturalisten, die den gesunden Ehrgeiz haben, die Natur und das Leben in ihrer umfassenden Wirklichkeit zu malen.« (Pierre Akexis in L'Avenir National am 12. Mai 1873). Hier werden die Maler immer noch als »Naturalisten» tituliert. Neben Monet wurden dabei genannt: Pissarro, Jongkind, Sisley, Béliard, Gautier und Guillaumin. Es gab auch gegenteilige Stimmen, die sagten, nur der offizielle Salon wäre der richtige Weg, dazu gehörte Eduard Manet, auch Degas war eher skeptisch.

Schließlich einigte man sich und am 27. Dezember 1873 wurde die Vereinigung gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley, Edgar Degas, Berthe Morisot, Camille Pissarro und dazu u.a. noch Edouard Béliard, Armand Guillaumin und Henri Rouart.
Als Nächstes wurden geeignete Räume gesucht, die sich bald im Atelier des Fotografen Nadar anboten. Räume im zweiten Stock eines Eckhauses am Boulevard de Capucines. Nadar wollte kein Geld für die Nutzung der Räume, die über eine eigene Treppe direkt vom Boulevard aus zu erreichen waren.

 
 

Der Fotograf Nadar (ca. 1870) - Selbstporträt

Atelier Nadar am Boulevard de Capucines

 
 

Man suchte weitere Künstler, um auch die Kosten niedrig zu halten. Pissarro konnte mit einigen Mühen Cézanne überreden. Von der älteren Generation schloss sich nur Eugène Boudin an. Johan Jongkind ließ sich nicht mehr überreden, während Felix Braquemond im letzten Moment zusagte.
Édouard Manet lehnte eine Teilnahme ab, weil er nicht mit Cézanne zusammen ausstellen wollte, genauso weigerte sich nun auch Henri Fantin-Latour mit seinen früheren Freunden zusammen auszustellen.

Es kam dann doch eine ansehnliche Zahl Künstler zusammen, die an der Ausstellung von 1874 teilnahmen: Zacharie Astruc, Antoine Attendu, Edmond-Joseph Béliard, Eugène Boudin, Félix Bracquemond, Edouard Brandon, Pierre-Isidore Bureau, Adolphe-Félix Cals, Paul Cézanne, Gustave Colin, Louis Debras, Edgar Degas, Armand Guillaumin, Louis Latouche, Ludovic-Napoléon Lepic, Stanislas Lépine, Léopold Levert, Alfred Meyer, Auguste de Molins, Claude Monet, Berthe Morisot, Émilien Mulot-Durivage, Giuseppe de Nittis, Auguste Ottin, Léon-Auguste Ottin, Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir, Léon-Paul Robert, Henri Rouart und Alfred Sisley.
Die meisten werden heute weniger bekannt sein, einige haben auch an keiner der folgenden Ausstellung der Gruppe mehr teilgenommen.

Am 15. April 1874 war es dann soweit: Die Ausstellung wurde geöffnet, 1 Franc kostete der Eintritt, 50 Centimes der Katalog. Die Öffnungszeiten waren von 10 bis 18 Uhr und 20 bis 22 Uhr. Es wurden 165 Bilder gezeigt (zusätzlich einige außer Katalog), die Verteilung und Hängung hatte Auguste Renoir fast alleine übernommen.

 
 

 

Beispiele aus der Ausstellung

 
 

Die Ausstellung lief noch unter der Rubrik »Realismus». In der Ausstellung hing ein Bild von Monet, das er im letzten Moment noch umbenannte, da man sich über seine einfallslosen Titel mokierte. Er gab ihm den Namen: »Impression - Sonnenaufgang«.

Die im Katalog von 1874 angegebenen Nummern werden im Folgenden dem Bildtitel vorangestellt. Die Bildtitel entsprechen denjenigen im Katalog.

 
 

Nr. 98 - Claude Monet: Impression, Soleil levant.
1872 - 48 x 63 cm - Öl auf Leinwand
Musée Marmottan, Paris >
Dieses Bild wurde noch einmal in der 4. Ausstellung 1879 gezeigt

 
 

In der satirischen Zeitschrift »Le Charivari» erschien ein Artikel von Louis Leroy, in dem sich über praktisch alle Künstler der Ausstellung lustig gemacht wurde. Über das Bild von Monet schrieb er: »Impression – das dachte ich mir schon. Ich sagte mir gerade, da ich impressioniert bin, muss es sich auch um eine Impression handeln und welche Freiheit, welche Leichtigkeit des Handwerks! Eine Tapete in ihrem embryonalen Zustand ist ausgearbeiteter als dieses Seestück!« (25. April 1874, Louis Leroy in Le Charivari: L'Exposition des impressionnistes)
»Impression», das Wort welches Leroy als Spottname geprägt hatte, wurde aber in der Folge auch von sachlichen Kritikern aufgenommen. Castagnary, ein Freund von Édouard Manet, schrieb: »Wollte man ihre Absicht mit einem Wort charakterisieren, müsste man den neuen Begriff »Impressionisten« schaffen.« (29. April 1874, in Le Siecle: »Exposition du boulevard de Capucines: Les Impressionnistes)
Das als verächtliches Schimpfwort gedachte Wort Impressionismus wurde im Laufe der Jahre eine geachtete Bezeichnung und wird heute für eine der größten Kunstepochen europäischer Malerei verwendet...

Hier nun Beispiele aus der ersten Ausstellung der Impressionisten im Jahr 1874. Beginnend mit Auguste Renoir, der in der Ausstellung die Bilder aller arrangiert hat:

 
 

Auguste Renoir

7 Bilder im Katlaog

Desboutin: Portrait Renoir ca. 1877

 

Nr. 141 - Danseuse.
1874 - 142 x 94 cm - Öl auf Leinwand
National Gallery of Art, Washington, DC >

Nr. 142 - La Loge.
1874 - 80 x 63 cm - Öl auf Leinwand
The Courtauld Gallery, London >

Nr. 143 - Parisienne.
1874 - 160 x 105 cm - Öl auf Leinwand
National Museum of Wales, Cardiff >

Nr. 144 - Moissonneurs.
1873 - 58 x 72 cm - Öl auf Leinwand
Privatsammlung

Nr. 145 - Fleurs.
1873 - 65 x 54 cm - Öl auf Pappe (montiert auf Leinwand)
Museum of Fine Arts, Boston >

 

Camille Pissarro


5 Bilder im Katalog

Paul Cézanne: Portrait Camille Pissarro ca. 1873

 

Nr. 136 - Le Verger-
1872 - 45 x 55 cm - Öl auf Leinwand
National Gallery of Art, Washington, DC >


Nr. 137 - Gelée blanche.
1873 - 65 x 93 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris >

Nr. 138 - Les Chataigners à Osny.
1873 - 65 x 81 cm - Öl auf Leinwand
Privatsammlung


Nr. 139 - Jardin de la ville de Pontoise.
1873 - 59 x 73 cm - Öl auf Leinwand
Hermitage Museum, St Petersburg >


Nr. 140 - Un Matinée du mois de juin
1873 - 55 x 91 cm - Öl auf Leinwand.
Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe >

 

Claude Monet

 
 
Claude Monet hatte viel zu viele Bilder angeliefert. Außerdem ärgerte es die anderen, dass die Titel der Bilder recht einfallslos waren. So setzte er zu dem jeweiligen Ort noch eine weitere Bezeichnung hinzu. Das Bild, welches zum Namen der Impressionisten führte (Impression - Sonnenaufgang) hieß ursprünglich nur »Le Havre« Es gab mit gleichem Titel noch das unten gezeigte »Fischerboote in Le Havre«.
 
 

9 Bilder im Katalog

Auguste Renoir - Portrait Claude Monet 1872 - National Gallery of Art, San Francisco

 

Nr. 95 - Coquelicots.
1873 - 50 x 65 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris >

Nr. 96 - Le Havre: Bateaux de pêche sortant du port.
1874 - 60 x 101 cm - Öl auf Leinwand
Privatsammlung

Nr. 97 - Boulevar des Capucines.
1873 - 61 х 80 cm - Öl auf Leinwand
Puschkin Staatsmuseum, Moskau >


Nr. 103 - Déjeuner.
1868 - 231 x 151 cm - Öl auf Leinwand
Städel Museum, Frankfurt am Main >


Berthe Morisot

 
 
Berthe Morisot war das erste weibliche Mitglied in der Gruppe der Impressionisten. Frauen- und Kinderporträts, Interieurs sowie Küstenlandschaften zählten zu ihren typischen Motiven. Wie bei den männlichen Kollegen waren die meisten Urteile über ihre Malerei in der Ausstellung verheerend, aber es gab auch andere Stimmen, die positiv die Originalität ihrer Werke hervorhoben.
 
 

9 Bilder im Katalog

Marcello (Adèle d'Affry, Herzogin Castiglione Colonna) - Portrait Berthe Morisot 1872/75
Museum für Kunst und Geschichte Freiburg

 

Nr. 104 - Le Berceau.
1872 - 56 x 46 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris >

Nr. 105 - La Lecture.
1873 - 46 x 72 cm - Öl auf Leinwand
The Cleveland Museum of Art >

Nr. 106 - Cache-Cache.
1873 - 46 x 55 cm - Öl auf Leinwand
Privatsammlung


Nr. 107 - Marine.
1869 - 65 x 95 cm - Öl auf Leinwand
National Gallery of Art, Washington, DC >


Nr. 108 - Portrait de Mademoiselle M. T.
ca. 1873 - 60 x 49 cm - Pastell auf Papier
Privatsammlung

Nr. 109 - Un Village.
1873 - 47 x 72 cm - Pastell auf Papier
Privatsammlung


Nr. 110 - Sur la Falaise.
1873 - 18 x 23 cm - Aquarell auf Papier
Musée du Louvre, Paris >

Nr. 111 - Dans le Bois.
1873/74 - 33 x 23 cm - Aquarell
Musée d'Orsay, Paris


Paul Cézanne

 
 
Paul Cézanne, der mühsam überredet werden musste an der Ausstellung teilzunehmen, steuerte zu dieser Ausstellung dann lediglich drei Bilder bei. Immerhin konnte er als einer der Wenigen eines seine Bilder verkaufen (Das Haus des Gehängten) für ca. 300 Franc.
 
 

3 Bilder im Katalog

Camille Pissarro - Portrait Cézanne 1874 - National Gallery, London

3 Bilder im Katalog

Nr. 42 - La Maison du Pendu, à Auvers-sur-Oise.
1873 - 55 x 66 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris >

Nr. 43 - Une moderne Olympia.
1873/74 - 46 x 55 cm - Ölskizze auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris >

Nr. 44 - Étude: Paysage à Auvers.
1873 - 46 x 55 cm - Öl auf Leinwand
Philadelphia Museum of Art >

 

Edgar Degas

 
 
Degas, mit vollem Namen Edgar Germain Hilaire de Gas, nahm mit einer Ausname an allen Ausstellungen der Impressionisten teil, obwohl er selbst keinesfalls sich zu ihren Ansichten über die neue Malerei bekennen wollte, denn er hielt nicht viel von Malern, »die auf Feldwegen pinseln«. Die Bezeichnung Impressionismus missfiel ihm sehr und wusste es immer zu verhindern, dass diese Bezeichnung in den Ausstellungstiteln auftauchte. Seine Bilder entstanden nach Skizzen, Motiven, die er im Atelier dann sorgfältig ausarbeitete.
 
 

10 Bilder im Katalog

Marcellin Desboutin - Portrait Edgar Degas 1876 - Kaltnadelradierung

10 Bilder im Katalog

Nr. 55 - Classe de dance.
1870 - 20 x 27 cm - Öl auf Holzplatte
Metropolitan Museum of Art, New York >

Nr. 60 - Répétition de ballet sur la scène.
1874 - 65 x 81 cm - Öl-Entwurf auf Leinwand (Grisaille)
Musée d'Orsay, Paris >

Nr. 61 - Une Blanchisseuse.
ca. 1869 - 74 x 61 cm - Holzkohle, weiße Kreide und Pastell auf Papier
Musée d'Orsay, Paris >


Nr. 63 - Aux Courses en province.
1869 - 37 x 56 cm - Öl auf Leinwand
Museum of Fine Arts, Boston >

 

Alfred Sisley

 

5 Bilder im Katalog

Pierre-Auguste Renoir - Portrait Alfred Sisley - 1870/76 - Art Institute Chicago

5 Bilder im Katalog

Nr. 161 - Route de Saint-Germain.
1872 - 46 x 61 cm - Öl auf Leinwand
McNay Art Museum - San Antonio >

Nr. 162 - Île de la Loge.
1872 - 46 x 61 cm - Öl auf Leinwand
Ny Carlsberg Glyptotek, Copenhagen >

Nr. 163 - La Seine à Port-Marly.
1873 - 43 x 65 cm - Öl auf Leinwand
Ny Carlsberg Glyptotek, Copenhagen >

 

Weitere Künstler, die zur Ausstellung beigetragen haben:

 

Zacharie Astruc: Nr. 3e - Les Présents chinois (Londres).
ca. 1873 - 38 x 55 cm - Aquarell

Zacharie Astruc: Nr. 3f - Cadre de figures contenant: Intérieur parisien.
1874 - 34 x 26 cm - Aquarell auf Papier
Musée d’Evreux

Eugène Boudin: Nr. 18/19 - Rivage de Portrieux (Côtes-du-Nord).
1874 - 86 x 150 cm - Öl auf Leinwand
Privastsammlung

Félix Bracquemond: Nr. 24d - Portrait de MM. Edwards.
1872 - 16,4 x14,5 cm - Radierung
Metropolitan Museum of Art, New York

Félix Bracquemond: Nr. 26g - Les Bachots.
1858 - 25 x 34,9 cm - Kaltnadelradierung. auf Bütten
Metropolitan Museum of Art, New York


Pierre-Isodore Bureau: Nr. 35 - Bords de l’Oise (Isle-Adam), clair-de-Lune.
Nach 1867 - 33 x 41 cm - Öl auf Leinwand
Musée d’Orsay, Paris

Adolphe-Felix Cals: Nr. 36 - Portrait de Madame Ed. G.
1874 - 38,2 x 32,8 cm Öl auf Leinwand
Musée des Beaux-Arts de Dijon >

Adolphe-Felix Cals: Nr. 38 - Vieux Pêcheur.
1873 - 116 x 89 cm - Öl auf Leinwand
Privatsammlung

Jean-Baptiste Guillaumin: Nr. 65 - Temps pluvieux.
1871 - 126 × 181 cm - Öl auf Leinwand
The Museum of Fine Arts, Houston >


Jean-Baptiste Guillaumin: Nr. 66 - Soleil couchant à Ivry.
1869 - 65 x 81 cm - Öl auf Leinwand
Musée d´Orsay, Paris >

Stanislas Lepine: Nr. 83 - Bords de la Seine.
1869 - 30 x 59 cm - Öl auf Leinwand
Musée d’Orsay


 
 

Die Zahl der Besucher war nicht wie erhofft. Es kamen in den vier Wochen etwa 3500 Menschen (Zum Vergleich: im Salon des gleichen Jahres wurden 400.000 Besucher gezählt, die etwa 4000 Kunstwerke betrachten konnten).

Man muss auch bedenken, dass die Meisten gekommen waren, um sich zu belustigen. Man schritt von Bild zu Bild und brach wieder und wieder in höhnisches Gelächter aus. Die vernichtende Kritik in den Zeitungen hatte dazu wohl auch beigetragen. Noch 1877 erinnert sich F. O'Squirre im Courier de France:"Das öffentliche Gewissen war empört!" schrieb er und weiter: "Es war entsetzlich, töricht, gemein; diese Malerei ist wertlos!"

 
 

Karikatur von Cham (1874, Le Cahrivari)
Amédée Charles Henri de Noé - Künstlerename Cham
"Ausstellung der Impressionisten:
Impressionistische Malerei, eine Revolution in der Malerei,
die mit Terror beginnt"

 
 

Es gab auch vereinzelt eher positive Kritiken, doch auch ihr Lob war eingeschränkt. Es begann anfangs mit aufmunternden Worten: "In helles Licht getaucht, ist alles Frohsinn, Klarheit, wie Frühlingsfeste, goldene Abende oder blühende Apfelbäume. Ihre nicht allzu großen Bilder scheinen Fenster, ... die das bezaubernde Leben im Freien freigeben." Der Kritiker setzte aber hinzu: "Sie wählen ihre Motive nicht mit Sorgfalt früherer Landschaftsmaler aus, im Gegenteil, und das finde ich peinlich, dass noch immer ein Meister fehlt, der die Versuche zusammenzufassen, ihnen Form zu geben und sie zu vollenden vermag." (Armand Silvestre: "Chronique des beaux-arts: Physiolgie du refusé - L'Expositon des révoltés" in 'L'opinion nationale' am 22. April 1874)

Es kamen zu wenige Interessenten auch für Bilderkäufe. Dementsprechend entwickelten sich die Kosten der Ausstellung nicht wie gewünscht. Nach der endgültigen Abrechnung ergaben sich trotz der Einnahmen von ca. 10.000 Francs Außenstände von über 3700 Francs. Da schien den beteiligten Malern die Auflösung der Gesellschaft der richtige Weg zu sein. Für die Liquidation waren dann verantwortlich Renoir, Sisley und Bureau.

Der Ausdruck "Impressionismus" wurde von einigen Malern der Gruppe schon bald als stimmige Bezeichnung ihrer Arbeit akzeptiert und dadurch gaben sie ihm einen wirklichen Sinn.

Es war ihr Anspruch in Form und Ausdruck nahe an die Erscheinung der Dinge heran zu kommen, näher als es je vorher erreicht wurde. Von den Traditionen befreiten sie sich und arbeiteten den Stil immer weiter aus. Es erlaubte ihren Entdeckungen und ihren Empfindungen zu folgen. Auf den Anspruch die Realität wiederzugeben, verzichteten sie, es zählte nur ein Element der Wirklichkeit: das Licht! Renoir sagte einmal zu der Malerei: "Im Freien mogelt man immerzu!" Wobei diese "Mogelei" im Wesentliche darin bestand, unter einer Vielzahl an Augenblicken in der Natur einen auszuwählen und diesen in Farben und Malweise so wiederzugeben, dass es dem eigenen Eindruck nahekam.

Die Öffentlichkeit war noch nicht bereit, sich mit solchen Neuerungen anzufreunden. Seit der Zeit ihrer Lehrer Courbet und Corot, sowie den Malern von Barbizon, hatten sie große Fortschritte erzielt. Ihre Überzeugungen gaben sie trotz aller Angriffe nicht auf. Die Impressionisten setzten ihre schöpferische Arbeit weiter fort, wie eine Schauspieltruppe, die jeden Abend vor leerem Saal spielt. ... (John Rewald)

 
   
 

Prolog
1. Ausstellung 1874
Exkurs
2. Ausstellung 1876
3. Ausstellung 1877
4. Ausstellung 1879

 

5. Ausstellung 1880
6. Ausstellung 1881
7. Ausstellung 1882
Exkurs
8. Ausstellung 1886
Resümee

 
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